Zunächst waren im Spielzimmer der Mjedenica, kurz nachdem ich ankam, wie immer nur wenige Kinder; nach und nach füllte sich der Raum, und parallel gab es immer mehr zu tun. Mariana kramte vom Schrank einen Luftballon herunter, und so spielte ich mit einem Jungen und einem Mädchen Fußball mit Betonung aufs Köpfen. Ein anderes Mädchen wollte, dass ich ihr wieder das Knie kitzelte (dieses Kitzeln mit den Fingerspitzen auf dem Knie). Ein autistischer Junge kam zu mir gelaufen, umarmte mich und küsste mich circa eine Minute in den Nacken. Ein anderer Junge sagte oft meinen Namen, seit er ihn vom Fußballspielen her wusste. Marijana frage, ob wir uns morgen sehen würden und erzählte, dass auch die Schule Mjedenica Sachen verkaufen wird. Und deshalb fing ich dann an, Postkarten und Lesezeichen zu basteln. Dafür konnte ich Mandalas und bunte Bilder der Kinder benutzen. Und ich gab mir echt Mühe: Überlegte, wie ich die Bilder benutzen kann, wie ich sie zerschneiden kann, damit sie am besten wirken und bestmöglich aufgeteilt werden. Die Resultate beeindruckten Mariana. Zunächst war sie recht skeptisch, weil ich es kompliziert machte und ziemlich lang für das erste Werk brauchte. Ihre Einstellung änderte sich bald und es schien, dass wie echt froh war, denn für solche Sachen hat sie natürlich kaum Zeit, und wenn, dann nicht viel.
Bald füllte sich der Tisch, die Kinder kamen zwischendurch oft vorbei, es wurden immer mehr Schnipsel und Abfälle.
Nach dem Mittagessen startete Mariana in der Sporthalle ihr Volleyballprogramm; ich blieb mit ein paar Kleinen zurück. Ein autistischer Junge war auch dabei. Er lief immer zum Fernseher, den ein Mädchen gerade eingeschaltet hatte, machte ihn aus, oder zog gleich die Stecker heraus. Das versuchte ich dann immer zu unterbinden. Und es klappte natürlich nicht. Der Junge ist sehr eigenwillig, und selbst wenn er mich verstehen würde, würde er wahrscheinlich nicht auf mich hören. So rief ich immer „Ne!“ (das bosnische Wort für „nein“), nahm in an der Hand und zerrte ihn weg zur Couch oder zur Spielecke; was ich mir auch hätte sparen können. Natürlich rannte er dann sofort wieder los.
Nach und nach kamen die anderen dann wieder. So wurde es für mich ein wenig entspannter, da Mariana ja auch wieder anwesend war.
Sie bestaunte noch öfter meine Karten, wir fingen an aufzuräumen und bald war es dann Zeit zu gehen.
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